Vita

Ende der 80er Jahre begegnete ich meiner Lehrerin, der Ehrwürdigen Ayya Khema. 1995 begann ich – von Ayya Khema autorisiert und unterstützt – mit meiner Lehrtätigkeit. Bald schon wurde die Weitergabe der buddhistischen Lehre zu meiner Haupttätigkeit. Bis heute fühle ich mich dem Werk Ayya Khemas zutiefst verpflichtet.

Weitere Inspiration erfuhr ich bei anderen buddhistischen Lehrern und Lehrerinnen aus unterschiedlichen Traditionen. Nach dem Tod von Ayya Khema fand ich eine geistige Heimat bei Lehrern der Vipassana-Tradition, insbesondere der burmesischen Schule Mahasi Sayadaws. Aus diesen beiden Strängen der Theravada-Tradition entwickelte sich die methodische Ausrichtung meiner Lehrtätigkeit: die Verbindung zwischen der Samatha- und Vipassana-Praxis.

Ich verstehe die buddhistische Lehre als eine Wissenschaft des Geistes. Meine Interpretation der Lehre stelle ich in den Kontext abendländischer Denktraditionen, insbesondere der westlichen Philosophie und Psychologie. Dazu gehört für mich auch eine kritische Reflexion kultureller Aspekte dieser jahrtausend alten östlichen Weisheitslehre.

In  den 20 Jahren meiner Lehrtätigkeit bildeten sich Schwerpunkte heraus: zum einen die Durchführung von traditionellen Schweige – Retreats (6 Tage, 10 Tage, 3 Wochen) und zum anderen die Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes Buddhistische Stadt-Praxis. Beide Praxisfelder unterscheiden und ergänzen sich. Während die Alltagspraxis sich vorwiegend den ethischen Werten unseres Leben, der Achtsamkeit und der Herzensbildung (Liebe, Mitgefühl, Freude, Gleichmut) widmet, fokussiert die Retreat-Praxis die Schulung von Samatha (Geistesruhe) und Vipassana (befreiende Einsicht). 2000 gründete ich in Hamburg das buddhistische Zentrum Liebe-Kraft-Weisheit.

Als Resonanz auf die drängenden Fragen und Konflikte unserer Zeit begann ich 2012 mein eigenes Wirkungsfeld kritisch zu hinterfragen. Ich suchte nach einer neuen Verbindung zwischen Bewusstseinsarbeit, politischen Themen und gesellschaftlicher Teilhabe.  Aus der Frage: „Wie und was kann die buddhistische Schulung heute zur Umgestaltung von Gesellschaft beitragen?“ entstanden 2014 die Umdenkprozesse "...und wenn es nur ein Flügelschlag wäre..".

Fülle ist nur in dem Maße möglich,
in dem ich leer werden kann.

Ayya Khema

Dr. Sylvia Kolk
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