Bericht zu unserem ersten BARCAMP
am 15. Februar 2020 zum Thema Die Zukunft beginnt jetzt!

Am 15. Februar 2020 gegen 9.30 Uhr war es endlich soweit. Wir öffneten die Türen des Rudolf-Steiner-Hauses und über 100 Menschen kamen zu unserem ersten Barcamp geströmt.

Eingeladen hatten wir, das Buddhistisches Stadt-Zentrum-Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Online-Portal Ethik-heute. Zu unserer Freude hat auch das Rudolf-Steiner-Haus mit uns kooperiert. Der Tag stand unter dem Motto: Die Welt verändert sich schnell. Wir brauchen den Wandel und können ihn jetzt gestalten. Alle, die an Zukunftsthemen interessiert sind, waren zum Mitmachen eingeladen.

Was ist ein Barcamp?

Immer wieder wurde ich bei der Ankündigung dieser Veranstaltung gefragt: Barcamp? Was ist das? Was hat das mit Bar zu tun? Nichts, falls du dabei an bestimmte Lokalitäten denkst.

Barcamps zählen zu den sogenannten kreativen Unkonferenzen. Es stehen Zeitslots und verfügbare Räume bereit. Den Sessionplan mit den Themen und dem gewünschtem Ablauf gestalten die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung selbst. Also es ist kein typisches Seminar mit vorbestimmten Referent*innen, sondern alle Teilnehmenden sind frei, Sessions anzubieten und diese auch flexibel zu wechseln.

Sinn und Ziel der Barcamps ist, einen Austausch unter vielen Blickwinkeln möglich zu machen, Aufbruchsstimmung hervorzubringen und entsprechende Motivationen zu nutzen, Gemeinschaft zu bilden und zur Vernetzung einzuladen.

Wie geht es los?

Nach der Begrüßung durch die Organisatorinnen Birgit Stratmann (Ethik-heute) und Sylvia Kolk (Buddhistisches Zentrum) sprach Sylvia Kolk die Keynote, so dass ein gemeinsamer Erfahrungsraum - sowohl thematisch als auch atmosphärisch - entstand. Den ersten Teil der Keynote, in der sie sich mit den Herausforderungen unserer Zeit befasst, findest du hier:

Nach der Keynote übernahm Eva Ihnenfeldt aus Dortmund kompetent die Moderation. Wir hatten sie eingeladen, da sie bereits über reichhaltige Erfahrung mit Barcamps verfügte.

Im Vorwege hatten wir ein wenige gebangt, ob sich ausreichend Teilnehmer*innen melden würden, um ein Thema anzubieten. Fehl gedacht. Es entstand gleich eine lange Schlange von Engagierten, die einzeln nach vorne kamen und ihre Themen für die offenen Workshops und Dialogrunden vorstellten. Bei allgemeinem Interesse wurde dem Thema eine Session zugeteilt. Schnell füllte sich so der Sessionplan.

Der Verlauf des Barcamps

Und dann ging es los. Knapp 25 Sessions sorgten über den Tag verteilt parallel und nacheinander für viel Abwechslung, Diskussionen und Anregungen. Es gab Teilnehmer*innen, die ihre Expertise weitergaben, und andere, die sich über ein konkretes Projekt austauschen und vernetzen wollten.

Der Perspektivenbogen war dabei weit und generationsübergreifend gespannt. Die Themen oszillierten zwischen Sinnsuche und dem Wunsch nach konkreten Handlungsanweisungen für die gesellschaftliche Transformation. Globale Themen wie Menschenrechte, Kapitalismus- und Konsumkritik oder Klimawandel waren ebenso vertreten wie die solidarische Landwirtschaft. Übungen zum achtsamen Dialog oder dem Austausch zum Umgang mit dem Nicht-Wissen wechselten mit praxisorientierten Sessions zur Vorsorgevollmacht, Trauerarbeit und Twitter. Aber auch die Sessions mit einer klaren Hamburger Verortung hatten viel Zulauf. So wurde das Thema Schule und Bildung in der Zukunft gleich in mehreren Sessions aufgegriffen. Diesen regionalen Bezug hatten auch die Sessions zu alternativen Wohnformen und zum Wandel im Hamburger Gesundheitswesen.

Alle Beteiligte des Barcamps gestalteten dabei gleichberechtigte die jeweilige Session mit, dies sorgte für eine ganz besondere Stimmung der Offenheit und Aktivität. Das bedeutet auch, es kommt auf jede*n an. Auf die Art, wie jede*r sich einbringt und beteiligt, wie dialogbereit die Anwesenden sind, wie viel Energie jede*r aufbringt und selbstverantwortlich für Freiräume sorgt oder sich auf offene Gespräche beim Essen und Trinken einlässt.

Der Charme des Barcamps liegt in der unperfekten Inszenierung, die viel Platz für Spontanität lässt. Jede und jeder war eingeladen den Tag aktiv mitzugestalten, Fragen aufzuwerfen und Teil der Antwort zu sein. Und das Beste: es war für viele von uns, die noch nie ein Barcamp besucht haben, sehr leicht, sich in diesen Prozess einzufinden.

Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Barcamps. Nur gemeinsam können wir Visionen entwickeln, ins Handeln kommen und die Gesellschaft verändern.

Dr. Sylvia Kolk
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24243 Felde

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