Indienreise 2019

Fotos und Gedichte zu unserer Pilgerreise zu den heiligen Stätten Buddhas, die vom 13.2. – 2.3.2019 stattfand

15.05.2019

35 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland, alle durch Stadt-Praxis oder Retreats mit Sylvia Kolk verbunden, machten sich auf, das Abenteuer Indien zu bestehen und sich auf eine Pilgerreise und das Miteinander reisen einzulassen. Perfekt und liebevoll umsorgt von vier Reisebegleiter*innen: Helmut Köllner, der uns mit seinem umfassenden Wissen Indien in all seinen Facetten nahe gebracht hat; Barbara Luderer, die während der ganzen Reise mit Wangchuk Fargo für ein sicheres Unterwegssein und Ankommen gesorgt und uns umfassend und unermüdlich auf so unterschiedlichen Ebenen begleitet hat. Und nicht zuletzt Sylvia Kolk, die uns als spirituelle Begleiterin mit vielen Vorträgen und drei Retreattagen ermutigt hat, immer wieder innezuhalten und sich mit dem Wesentliche zu verbinden. Danke an Alle - Namaste!

Indien-Reise

Indien, das Land der Gegensätze,
Ängste von Fremdheit geschürt,
mein Geist spinnt verwobene Netze,
was mehr und mehr zu Unsicherheit führt.

Energievolle, heilsame Orte,
der Geist immer ruhiger wird,
in der Stille finde ich die Pforte,
mein Geist ist nicht mehr ganz so verwirrt.

Weich und weiter wird Geist und Herz,
vom Dhamma ergriffen ganz,
es kommt und geht Freude und Schmerz,
das ist meines Lebens Tanz.

Marika aus Freiburg

Meine Indienreise

Auf den Spuren des Buddha ,
eine Reise zu mir.

Mit der Fahrradrikscha mitten im Getümmel –
ein stetiger Fluss auf der Straße und in mir.

Vom Geist geführt die Dinge sind –
Bettler, lächelnde Buddhas, freche Affen, aufdringliche Verkäufer, heilige Orte-
alles darf sein.

Unterm Boddhibaum sitzend,
in den Wogen und Wellen der Rezitationen
und den Menschenströmen aus allen buddhistischen Traditionen –
und ich ein Tropfen dieses unendlichen Meeres,
verbunden mit allem was ist –
mein kleines Nibbana.

Trauer und Angst empfängt mich schon am Eingang der Stupa am Sterbeort
Buddhas,
Raum geben und annehmen verwandeln sie ganz langsam in friedvolle Stille.

Umhüllt von Lautsprecherrezitationen der anderen Pilgergruppen,
sprechen wir in unserer Sprache die Sutta von Metta.

Von Sylvia von Herz zu Herz an den heiligen Orten das Dhamma zu hören,
und in der Nachfolge von Ayya Khema und Kuan Yin,
zusammen mit meiner Reisesangha,
welch kostbares und verpflichtendes Geschenk.

Der Geburtsort von Buddha ist wie ein Neubeginn, ein Aufbruch,
und Angst vor dem Loslassen der gewohnten Konzepte –
die Wiedergeburt entlässt mich in Freude und Seligkeit
und tiefer Liebe und Dankbarkeit für meine Mutter.

Wenn ich in unsere Gesichter schaue,
hat sich jede/jeder durch die Reise verändert – auch ich,
und ich bin berührt, entschlossen, gestärkt, erfüllt und unendlich dankbar –
und im Vertrauen auf meine weitere Lebenspilgerreise.
Und möchte fließen und fließen und fließen
und das Leben genießen.

Sabine aus Freiburg

Boa Locus

Neben Affen, Kühen, Hunden und Büffeln begegnete uns in Indien ein seltsames Tier aus der Gattung der Schlangen - die „Boa Locus" - auch Kloschlange genannt.
Eher gutmütig, als gefährlich findet man sie an meist versteckten Orten im Hintergrund, gerne auch in der Nähe von Reisebussen.
Ihre Färbung ist sehr unterschiedlich, meist jedoch sehr farbenfroh, gefleckt, gestreift
oder gepunktet; recht gemächlich schlängelt sie voran, unterbrochen nur durch
vereinzelndes Zappeln und Zucken.
Mit viel Glück kann man zu bestimmten Zeiten ihren zunächst etwas misstönenden, dann immer melodischeren Gesang vernehmen.
Taucht sie auf, so sorgt sie bei den Menschen für Erstaunen, Neugier und manchmal auch für befremdliche Blicke.
Sie lehrte uns Geduld.
Sie lehrte uns aus dem Nicht-Wissen heraus Vertrauen zu entwickeln und auf jedes
Geschehen angemessen zu reagieren.
Sie lehrte uns Demut und Dankbarkeit und nicht zuletzt, dass Samsara und Nibbana eins sind.
Danke, liebe Kloschlange!

Stefanie, Lumbini, 28.2.2019

Bodhgaya, 23.02.2019

Ich bin auf der Suche nach einer Essenz. Sie ist in allem, was ich hier erlebe enthalten, aber sie ist nicht das was ich erlebe, sondern etwas, das wie ein unsichtbarer Schatten darin mitschwingt.
Ich versuche es nur zu spüren, aber es ist auch mehr als Spüren oder Fühlen. Dann kommt auch schnell das Denken dazu. Es möchte etwas erklären. Das, was es ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen, weil es so fluktuierend und fein ist. Es huscht durch mich hindurch und wenn ich mich ihm zuwende, es genau betrachten will,hat es schon wieder seine Form und seinen Ort gewechselt.

Vielleicht will es sich nicht betrachten lassen, oder vielleicht sind derartige Essenzen gar nicht betrachtbar. Sie wollen nur sein und dieses Sein ist außerhalb jedweder Möglichkeit oder Sinnhaftigkeit der Betrachtung?

Judith

Indien
gemeinsames Pilgern
auf Buddhas Spuren
wir wachsen im Herzen zusammen
Shanga

Anja Wenz

Farben, Menschen, Lärm, Gerüche.
Massen. Drängeln. Hupen.
Mal ganz schnell und mal Momente,
und ich mittendrin.
Massalla Chai.

Alte, Junge, Männer, Frauen,
Kinder, Babys, Tiere.
Hütten, Häuser, Staub und Leben.
Meine Gruppe.
Freude.

Rauch von der Verbrennungsstätte.
In der Stille klopft mein Herz.
Augen, die mich tief berühren.
Namaste.

Die Blätter vom Bhodi-Baum
streifen mein Haar.
Langsam in Indien.
Barfuß in Indien.
Koriander.

Heilige Orte, besondere Orte.
Meditation.
Kontemplation.
Dankbarkeit.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.
Leben, Loslassen, Vergänglichkeit.
Heilung finden.
In Indien.

Indien - überraschend.
Indien - berührend.
Indien - bezaubernd.

Barbara Kämmerer, Köln

In Bodhgaya

Ich sitze unter dem Bodhibaum
und die Gesänge der Pilger hüllen mich ein.
Wir sind wie die Wellen des Meeres,
ganz verschieden und auch gleich.
Zu allem spüre ich eine tiefe Verbundenheit.

Heinke, Hamburg

Indien!
Du Schrecklich-Schöne!
Du bringst das Beste in mir hervor:
Gelassenheit, Freude, Annehmen-was-ist,
Leichtigkeit, Mitfließen, Hingabe an den Moment,
Heiterkeit, Verbundenheit mit dem Strom der Menschen,
mit dem Strom des Lebens, mit dem Strom der Buddhisten,
Buddhisten aus aller Welt in Bodghaya,
Und ich ein Teil davon,
Tiefste Dankbarkeit unter dem Bodhi-Baum,
Ein Auflösen im Klang der Gesänge und der Gebete,
Alles strömt durch mich hindurch.
Das Erleben-es ist jenseits der Worte.

Carola, Hamburg

Dr. Sylvia Kolk
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