Buddhistische Stadt-Praxis

Hintergrund

Bereits zu Beginn meiner Tätigkeit als Dhammalehrerin hatte ich den Wunsch, ein gut funktionierendes Konzept zur Alltagspraxis zu entwickeln. Ende der 90iger Jahre konzipierte ich die buddhistischen Stadt-Praxis. Beim Entwurf und in der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Ansatzes konnte ich mich auf über 40 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung stützen. Auch meine langjährigen Erfahrungen mit der Konzeption und Realisierung eines Bildungsansatzes zur Bewusstseinsveränderung (GAIA) haben sich konstruktiv auf das Stadt-Praxis-Konzept ausgewirkt (siehe Sylvia Kolk: Von der Selbsterfahrung über die Selbsterkenntnis zur Einsicht, 1994). 2000 fand die erste Stadt-Praxis-Gruppe in Hamburg statt. Derzeit praktizieren im buddhistischen Stadt-Zentrum Hamburg kontinuierlich 140 – 160 Menschen in sechs Stadt-Praxis-Gruppen und bundesweit finden in mehr als 10 Städten Stadt-Praxis-Gruppen, unter Leitung der von mir autorisierten Schüler*innen statt.

Konzept

Die buddhistische Stadt-Praxis ist ein Konzept zur buddhistischen Bewusstseinsarbeit, die langfristig und vertiefend angelegt ist, um einen kontinuierlichen Prozess der Selbstentwicklung und Bewusstseinserforschung zu ermöglichen.

Ziel ist, die geistige Haltung der bewussten Gegenwärtigkeit, Offenheit, Gelassenheit und Anteilnahme überall und in jede Handlung einzubringen, so dass es eines Tages keine Trennung mehr zwischen spiritueller Praxis und dem Leben an sich gibt. Dieser Haltung liegt die Einsicht der Verbundenheit aller Existenz zugrunde.

Der Weg entsteht über die Integration buddhistischer Methoden in den ganz normalen Alltag. Meditation unterstützt uns dabei ruhiger zu werden, bewusst wahrzunehmen, was in uns vorgeht und schwierigen Erfahrungen ehrlich und ohne Widerstand zu begegnen. Wir lernen unseren Geist in die Gegenwart zu bringen und den Verstand zum Herzen. Wir beginnen nicht nur mit der Meditations- und Achtsamkeitspraxis, sondern auch damit, uns selbst bedingungslos anzunehmen.

Wenn der Wunsch entsteht, neue Verhaltensmuster und Sichtweisen umzusetzen und zu etablieren, muss der Geist entsprechend häufig in diese Richtung aktiviert werden, um sich langfristig in dieser Sicht- und Erfahrungsweise zu festigen. So ist die Stadt-Praxis ein Erfahrungsraum, in dem neue Denk- und Verhaltensmuster auf vielfältige Weise und durch wiederholte Übung ausprobiert werden können.

15 Jahre Erfahrungen mit dem Stadt-Praxis-Konzept in Hamburg zeigen, dass nicht nur die Kontinuität der Meditations- und Achtsamkeitspraxis dazu beiträgt die Integration buddhistischer Praxis in den Alltag zu verwirklichen, sondern vor allem auch ein Ansatz, der den inneren Weg als einen grundsätzlich zwischenmenschlichen versteht.

Das gemeinsame Praktizieren, die gegenseitigen Ermutigungen und Inspirationen sind genauso wichtig wie das individuelle stille Sitzen in der Meditation und die eigene Verantwortung für die Ausrichtung von Herz und Geist in Richtung Klarheit und Weisheit.

Die Abende und Übungstage sind konzeptionell und methodisch eine Verbindung von Belehrung, Interaktion, gemeinsamer Meditation und Reflexion. Zentral sind die Übungsaufgaben für den Alltag, die bei jedem Treffen mit nach Hause gegeben werden.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, an 6 Tagen in der Woche mind. 20 Min. zu meditieren und die Übungen durchzuführen, die sich jeweils auf die aktuellen Themen der Stadt-Praxis beziehen.
Der Einführungskurs bietet einen fundierten Einstieg in die buddhistische Meditations- und Achtsamkeitspraxis, basierend auf moderne Strömungen des Theravada-Buddhismus. Es werden Methoden vermittelt, die nicht nur den Geist beruhigen und zur Einsicht führen, sondern auch einen weisen Umgang mit schwierigen Emotionen ermöglichen. Auch für diejenigen, die bereits längere Zeit meditieren, ist diese Einführung hilfreich und kann den eigenen spirituellen Weg neu beleben und inspirieren.

Diese Praxis setzt sich kontinuierlich in weiterführenden und vertiefenden Angeboten fort.

Auszug aus dem Buch von Ursula Richard: Stille in der Stadt: Ein City-Guide für kurze Auszeiten und überraschende Begegnungen, Kösel-Verlag 2011, ISBN-10: 3466370027

In diesem ermutigenden und empfehlenswerten Buch macht U. Richard Orte in der Stadt ausfindig, die aufatmen lassen und Stressgeplagten eine Zuflucht bieten.

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Dr. Sylvia Kolk
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